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Arbeitserziehungslager „Oderblick” in Schwetig

Es ist ein wichtiger Erinnerungsort des lokalen Martyrium in den Jahren 1940-1945. Ein Beschluss zur Liqudation des Auffangslagers Meseritz erfolgte im Jahre 1940. Entsprechende Information zu allen Landräten des Regierungsbezirks Frankfurt (Oder) wurde am 1. November 1940 vom Bezirkspräsidenten Heinrich Refardt erstellt. Aus praktischen Gründen wurde das neue Lager nah des Gestapo-Hauptquartierts im Regierungsbezirk (heutiges Hauptgebäude der Europa-Universität Viadrina) eingerichtet.

Am 2. November 1940 fuhr ein Transport der Häftlinge aus Meseritz nach Frankfurt aus, aber vor Ort unter Aufsicht der Polizei blieben alle Frauen und ca. 20 Häftlinge im Meseritzer Trockenunternehmeni. Bis zur Entstehung des neues Lagers befanden sich polnische Gefangenen im Frankfurter Arrest.

Standort für das neue Lager bei Frankfurt wurde dann Schwetig (heute Świecko) am rechten Oderufer. Ein Plan zu solchen Lagern wurde vom SS-Reichsführer Heinrich Himmler im Schreiben vom 8. März 1940 bekannt gegeben. Eine offizielle Anordnung zu diesem Thema wurde jedoch erst am 28. Mai 1941 erstellt.

Den Namen „Oderblick” findet man zum ersten mal am 20. Dezember 1940, und es wurde ja vom Gestapochef in Frankfurt (Oder) im Schreiben zu allen Landrären des Regierungsbezirkes getätigt.

Anfang 1941 im Lager gab es ca. 600 Leute, v.a. die Polen, aber auch die Juden. 6 km Weg aus Frankfurt (Oder) nach Schwetig wurde meistens zu Fuß erreicht. Die Arbeit im Lager war stark schwächender und damit auch indirekt vernichtender Natur, fast wie in schrecklichen Konzentrationslagern. Die Lagerkommandos übten verschiedene Arten körperlicher Bestrafung aus, u.a. mehrfache Schläge mit einem Stock, bzw. Hetzten mit Hunden.

Die Häftlinge arbeiteten im naheliegenden Kraftwerk, im städtischen Gaswerk, bei einer Kiesgrube oder bei verschiedenen Landgütern. Die Ernährungsportionen waren extrem klein, viele Häftlingen haben mehr als 50% ihres Körpers verloren. Unter anderem wegen Erschöpfung wurde eigentlich jeden Tag jemand begraben.

Wegen fehlender Sanitärinstallation (es gab nur einen gemeinsamen Kloakengraben) und schwerer Lebensbedingungen kam es zum Ausbruch vom Tuphus und blutigem Durchfall im November 1941. In dieser Zeit wurde die Lagertätigkeit stillgelegt. Es gab keine neuen Gefangenen, aber auch keine Freilassung. Es fehlte an angemessener Medizinbehandlung und alle konnten eigentlich nur auf sich selbst rechnen.

Am 7. Mai 1942 informierte der SS-Sturmbahnführer Reinhard Wolf, Gestapo-Chef im Regierungsbezirk Frankfurt Oder über Neueröffnung des Lagers. Es gab schon jetzt 1100-1500 Gefangenen, v.a. Polen, aber auch Franzosen, Belgier, Spaner, Bulgaren, Jugoslawen, Russen, und seit 16. Oktober – auch Deutschen außer der Minderjährigen.

Man kann vermuten, dass es in der Lagerumgebung ein paar Massengräber gibt. Zu Lagerhenkern gehörten u.a. Lagerkommandant SS-Obersturmführer Heinrich Schneider, Gestapo-Kommissar Kleinert, Kommandomitglieder SS-Stabsscharführer Willi Dietrich und Oberscharführer Schmidt, aber auch der Arzt SS-Obersturmführer Schultz oder der Sanitär SS-Scharführer Otto Meyer.

Seit 1. Juni 1944 gab es auch Frauen im Schwetiger Lager. Laut späterer Aussagen von Longina Szczęśniewska marschierten sie aus Frankfurtu nach Schwetig, wo es ca. 15-16 Frauen-Baracken gab. Das waren die Polinnen, Russinen und Jüdinen. Das Lager wurde im Januar 1945 aufgelöst.

Am 30. Januar 1945 fand ein sog. Todesmarsch statt, während dessen ca. 1.600 Gefangenen die Baracken in Schwetig verließen und einen 7-wöchentlichen Marsch in Richtung KL Sachsenhausen begannen. Diejenigen, die es geschafft haten, zu überleben, arbeiteten am Flughagen in Potsdam. Der Weg wurde dann über Buchenwald zum KL Dachau fortgesetzt. Die Überlebenden befreite angeblich die US-Armee.

Über 70 Marschunfähigen blieben in Schwetig und wurden absichtlich im Lager vor Ort verbrannt. Die Rote Arme war immer näher aus Richtung Reppen und die Deutschen wollten Beweise eigener Verbrechen entsprechend zu löschen. Am 2. Februar 1945 wurde die letzten deutschen Bewohner von Schwetig nach Norden evakuiert. Einen Tag später wurde Schwetig von sowjetischen Truppen der 77. Gardeschützendivision besetzt.

Ein Denkmal zur Erinnerung aller Lageropfer entstand erst im Jahre 1977. Ehemaliger Appelplatz wurde zwischenzeitlich mit Pappeln eingepflanzt. Im Herbst 2007 wurde eine von der Gemeinde Słubice finanzierte Gedenktafel mit 60 Namen der Opfer vom Arbeitserziehungslager „Oderblick” eingeweiht.



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